Schadensersatz nach fehlerhafter Anlageberatung

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Erwirbt ein Bankkunde auf Empfehlung eines Bankberaters Wertpapiere, ohne ausreichend auf die Risikostruktur hingewiesen worden zu sein, kann er von der Bank Schadensersatz verlangen. Die Bank muss dann den Kunden finanziell so stellen, als habe er die Wertpapiere niemals erworben.

Eine Frau unterhielt bei ihrer Sparkasse ein Wertpapierdepot. Eine Kundenberaterin empfahl ihr den Ankauf verschiedener Wertpapiere, die einer immer höheren Risikoklasse zuzuordnen waren. Letzteres erfuhr die Frau erst von anderen Mitarbeitern der Sparkasse, Monate nach dem Erwerb der Wertpapiere. In den darauffolgenden drei Monaten verkaufte sie die Papiere und verlangt nun von der Sparkasse, dass sie ihr den dadurch entstandenen Verlust ersetze.

Der Bundesgerichtshof gab der Frau Recht. Ein Kreditinstitut muss einem fehlerhaft beratenen Anleger den Differenzbetrag zwischen dem Erwerb und dem Verkauf der Wertpapiere zurückzahlen. Das Kreditinstitut muss dem Kunden also den Geldbetrag ausbezahlen, den dieser für die Wertpapiere bezahlt hat, allerdings abzüglich des Betrages, den der Anleger aus dem Verkauf der Papiere eingenommen hat.

Die Frau hat durch den Verkauf der Papiere auch nicht gegen ihre Schadensminderungspflicht verstoßen. Denn sie hat dadurch auf wirtschaftlich vernünftige Art und Weise dafür gesorgt, dass die spekulativen Risiken beseitigt wurden. In der Regel ist es dem Anleger dann nicht zuzumuten, weitere Risiken einzugehen, indem er die Papiere weiter behält (BGH, Urteil vom 13.11.2012, XI ZR 334/11, NJW 2013 S. 450).

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