Leitungswasserschaden: Versicherung muss bei Abriss eines Duschwannenablaufs zahlen

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Der Bodenablauf einer Dusche ist Teil des Rohrsystems. Ein Bruch dieses Bodenablaufes ist daher als Leitungswasserschaden anzusehen. Die Versicherung ist zum Ersatz für die Kosten der Reparatur des Ablaufs und der Erneuerung der Fliesen verpflichtet.

Der Eigentümer eines Mehrfamilienhauses hatte eine Gebäudeversicherung abgeschlossen. Diese bot Schutz gegen Schäden durch Feuer, Leitungswasser und Sturm.

Kurz vor Weihnachten 2007 bemerkten die Mieter einer der Wohnungen eine aufsteigende Nässe in der Wand des Abstellraums. Als man der Ursache nachging, wurde festgestellt, dass der Bodenablauf in der Dusche gerissen war. Dieser musste komplett erneuert werden. Außerdem mussten die dazugehörigen Fliesen entfernt und neu verlegt werden.

Dies tat der Vermieter auch. Kosten: 1078 Euro. Der Mann meldete den Schaden seiner Versicherung. Die wollte aber nicht zahlen.

Begründung: Der Bodenablauf gehöre nicht zum Rohr der Wasserversorgung, ein Leitungswasserschaden läge mangels Leitung daher nicht vor. Die Schäden seien nicht versichert.

Das Amtgericht sah die Sache anders und gab dem Vermieter recht: Der Bodenablauf sei sehr wohl Teil der Rohrleitung. Seit langem seien Rohrleitungen aus Teilstücken mit einem jeweiligen Muffenstück und innen liegender Ringdichtung zusammengesetzt, weil Winkelverbindungen und die erforderlichen Längen zwangsläufig zu Kupplungsvorgängen zwingen. Eine einheitliche Rohrleitung existiere daher nicht. Es handele sich stets um ein System aus Einzelteilen.

Die einengende Definition der Versicherung sei falsch. Hier sei der Bodenablauf ebenso mit dem Rohrleitungssystem verbunden wie andere Steckverbindungen, darüber hinaus sei er – wie alle anderen Teile des Rohrsystems – einzementiert. Es handele sich daher um eine einheitliche Rohrleitung (AG München, Urteil vom 10.11.2009, Az. 155 C 30538/08).

 

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