Einschränkung des Versicherungsschutzes für Fahrräder zulässig

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Eine sogenannte "Nachtzeitklausel" in der Hausratversicherung ist zulässig. Versicherungen dürfen den Versicherungsschutz für Fahrräder im Fall eines Diebstahls zeitlich begrenzen.

Eine Radlerin bemerkte morgens um 8.30 Uhr, dass ihr Fahrrad gestohlen wurde. Ihr Ehemann hatte den Drahtesel abends zuvor hinter dem Wohnhaus am Gitter des Kellereingangs angeschlossen. Dort stand das Rad über Nacht. Die Frau meldete den Diebstahl umgehend der Polizei. Deren Ermittlungen blieben erfolglos und auch der genaue Tatzeitpunkt konnte nicht nachgewiesen werden.

Daraufhin nahm die Frau ihre Hausratversicherung in Anspruch. Diese zahlte für den Verlust des Fahrrades lediglich 200 Euro und verwies im Übrigen auf das "Kleingedruckte". Danach erfasst der Versicherungsschutz den Diebstahl von Fahrrädern, wenn die Tat zwischen 6.00 Uhr bis 22.00 Uhr verübt wird. Anderenfalls muss das Fahrrad in Gebrauch sein oder sich in einem Abstellraum befinden. So kam es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung.

Zuletzt entschied der Bundesgerichtshof, dass die Einschränkung des Versicherungsschutzes zulässig ist. Ein Versicherer darf das versicherte Risiko objektiv begrenzen. Durch die "Nachtzeitklausel" wird der zeitliche Rahmen des Versicherungsschutzes zwar auf 16 Stunden begrenzt, wenn ein versichertes Fahrrad außerhalb der Wohnräume abgestellt wird. Das allein führt nach Ansicht der obersten Bundesrichter aber nicht schon zu einer unangemessenen Benachteiligung der Versicherungsnehmer (BGH, Urteil vom 18. 6. 2008, Az. IV ZR 87/07).

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