Anlageberater müssen auf außergewöhnlich hohe Gebühren hinweisen

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Schließen Sie auf Rat Ihres Anlageberaters einen Anlagevertrag ab, der besonders hohe Gebühren mit sich bringt, muss der Berater ungefragt darauf hinweisen. Tut er das nicht, müssen Sie die Gebühren nicht bezahlen.

Ein Ehepaar verpflichtete sich auf Anraten Ihres Versicherungsvertreters, monatlich 80,00 € in eine Geldanlage bei einer Edelmetallhändlerin zu investieren. Für die monatlich einbezahlten Beträge sollte diese Gold- und Silber erwerben und einlagern. Bis zum Kündigungszeitpunkt hatte das Ehepaar knapp 5.900 € einbezahlt. Sie hatten weder einen Prospekt noch ein Schreiben mit den allgemeinen Geschäftsbedingungen erhalten. Dier Versicherungsvertreter hat sie auch nicht über etwaige Depot- oder Abschlussgebühren aufgeklärt. Nach der Kündigung wurde dem Ehepaar mit dem Hinweis auf entstandene Gebühren nur ein Betrag von rund 933 € erstattet. Das Ehepaar verlangt nun den Restbetrag in Höhe von rund 4.900 € ebenfalls zurück.

Das Amtsgericht München gab dem Ehepaar Recht. Da sowohl der Anlageberater als auch die Edelmetallhändlerin es unterlassen haben, das Ehepaar auf die ungewöhnlich hohen Kosten für den Anlagevertrag hinzuweisen, müssen sie keine Gebühren zahlen. Die Kosten sind hier als außergewöhnlich hoch anzusehen, da eine vorzeitige Kündigung, wie sie das Ehepaar vorgenommen hat, ansonsten aufgrund der hohen Kosten wirtschaftlich absolut sinnlos wäre. Aufgrund der fehlenden Aufklärung über diesen Umstand muss die Edelmetallhändlerin dem Ehepaar den sogenannten Anlageschaden zurückzahlen. Denn die höchstrichterliche Rechtsprechung geht in diesen Fällen davon aus, dass ein Anleger bei korrekter Aufklärung einen solchen Vertrag nicht abgeschlossen hätte (AG München, Urteil vom 31.7.2014, 122 C 4188/14 ).

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