Anlageberater haftet bei unterlassener Aufklärung über strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen Fondsverantwortliche

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Ein Anlageberater muss seinen Kunden über alle wesentlichen Risiken und Eigenschaften vollständig und richtig unterrichten, die für die Anlageentscheidung des Kunden von entscheidender Bedeutung sind oder mindestens sein können.

Das umfasst auch Informationen zur Seriosität, Integrität und Zuverlässigkeit von Fondsverantwortlichen. Ein strafbares Handeln gehört jedenfalls dann dazu, wenn das strafrechtlich relevante Handeln geeignet ist, das Vertrauen eines durchschnittlich vernünftigen Anlegers in den Fondsverantwortlichen in Frage zu stellen.

In diesem Fall trifft den Berater diese Aufklärungspflicht nicht erst dann wenn es zu einer öffentlichen Anklage vor einem Strafgericht kommt oder sogar schon eine Verurteilung erfolgt ist, sondern schon jedenfalls dann, wenn ein Ermittlungsverfahren in Gang gesetzt worden ist (BGH, Urteil vom 10.11.2011, Az: III ZR 81/11).

Wichtig für den Anleger: Auch wenn es hier die um eine wesentliche Verpflichtung des Anlageberaters geht, sollte vom Anleger selbst genau dokumentiert werden, wenn bzw. wann er z.B. aus den Medien über dubiose Machenschaften von Fondsgesellschaften erfährt. Die Zuziehung eines Anwalts sollte denn umgehend erfolgen.

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