Versicherung: Wann zahlt die Handyversicherung bei Diebstahl?

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Ein Versicherungsunternehmen darf in den AGB seines Handy-Schutzbriefes bestimmen, dass der Versicherte sein Mobilfunkgerät "im persönlichen Gewahrsam sicher mitführen" muss. Hält der Versicherte bestimmte Sicherungsmaßnahmen nicht ein, zahlt die Versicherung nicht, wenn ihm das Handy gestohlen wird.

Ein Versicherungsnehmer hatte einen Handy-Schutzbrief abgeschlossen, der auch eine Diebstahlversicherung umfasste. Die Versicherung regelte für diesen Fall im "Kleingedruckten", dass das Handy "im persönlichen Gewahrsam sicher mitzuführen ist".

Es kam, wie es kommen musste: Dem Mann wurde das Handy aus seiner über die Schulter gehängten Tasche in einer voll besetzten U-Bahn entwendet. Er verlangte von der Versicherung Ersatz. Doch die berief sich auf die genannte Klausel und zahlte nicht. Dagegen setzte sich der Bestohlene zur Wehr.

Ohne Erfolg, denn das Landgericht Berlin gab der Versicherung Recht. Ein Handy-Schutzbrief ist kein Rundum-Sorglos-Paket. Das Versicherungsunternehmen darf in seinen Versicherungsbedingungen regeln, dass der Versicherungsnehmer bestimmte Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen hat. Trägt der Versicherte das Handy mit sich herum, kann ein "gesteigerter persönlicher Gewahrsam" verlangt werden. Andernfalls entfällt der Versicherungsschutz.

Der konkrete Umfang der Sicherung hängt insbesondere vom Gefährdungsgrad der jeweiligen Örtlichkeit und der Situation ab, in der sich der Versicherungsnehmer befindet. Bei einer voll besetzten U-Bahn wird deshalb körperlicher Kontakt zum Mobilfunkgerät vorausgesetzt (z. B. In-der-Hand-Halten) oder zumindest zum Verschluss der über die Schulter gehängten Tasche (z. B. die Tasche vorne tragen bzw. sie mit einem einfachen Zahlenschloss sichern). Denn ohne Sicherung kann ein Dritter jederzeit unbemerkt von hinten die Tasche öffnen und das Handy entwenden (LG Berlin, Urteil vom 9. 9. 2010, Az. 7 S 26/10, VersR 2011 S. 749).

 

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